Warum sich ein Antrag oft lohnt, auch wenn du unsicher bist
Viele Studierende verzichten auf BAföG, obwohl sie möglicherweise Anspruch hätten. Der Grund dafür sind häufig falsche Annahmen über Einkommen, Rückzahlung oder den Antragsaufwand. Wer sich von Mythen abschrecken lässt, verschenkt unter Umständen finanzielle Unterstützung und macht sich das Studium unnötig schwer. Hier räumen wir mit den häufigsten Irrtümern auf!
Mythos 1: „Meine Eltern verdienen zu viel.“
Die Realität:
Viele Studierende schätzen die Einkommensgrenzen deutlich niedriger ein, als sie tatsächlich sind. Selbst wenn die Eltern ein gutes Einkommen haben, kann unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem ein Förderanspruch bestehen. Dabei spielen verschiedene Freibeträge (z.B. für Geschwister) und individuelle Lebenssituationen eine Rolle.
Unser Tipp: Nicht selbst ausschließen. Ein Antrag oder eine Probeberechnung schafft Klarheit.
Mythos 2: „Ich bekomme sowieso nichts.“
Die Realität:
Genau das denken viele Studierende und verzichten deshalb auf einen Antrag. Tatsächlich zeigt die Praxis immer wieder, dass auch unerwartet Förderansprüche entstehen können. Wer keinen Antrag stellt, erhält garantiert keine Förderung. Wer ihn stellt, hat zumindest die Chance auf finanzielle Unterstützung.
Merke: Nur ein Antrag zeigt, was wirklich möglich ist.
Mythos 3: „Der Antrag ist viel zu kompliziert.“
Die Realität:
BAföG-Anträge haben den Ruf, bürokratisch und zeitaufwendig zu sein. Heute läuft jedoch vieles digital und Schritt für Schritt. Mit einer guten Vorbereitung und vollständigen Unterlagen lässt sich der Antrag deutlich einfacher stellen, als viele erwarten.
Gut zu wissen: Wer früh beginnt und alle Nachweise bereithält, spart Zeit und vermeidet Rückfragen. Anträge können über die Plattform Der BAföG-Antrag gestellt werden.
Mythos 4: „Die Bearbeitung dauert ewig.“
Die Realität:
Die Bearbeitungsdauer hängt häufig davon ab, ob alle erforderlichen Unterlagen vollständig eingereicht wurden. Fehlende Nachweise führen oft zu Verzögerungen. Wichtig ist außerdem: Die Förderung wird grundsätzlich ab dem Monat der Antragstellung berücksichtigt.
Deshalb: Lieber frühzeitig beantragen, auch wenn noch nicht alle Unterlagen vorliegen.
Mythos 5: „Für ein paar Euro lohnt sich der Aufwand nicht.“
Die Realität:
Nicht jede Förderung erreicht den Höchstsatz von 992,00 €. Doch auch kleinere Beträge können über die Monate eine spürbare Entlastung bedeuten, etwa bei Miete, Lernmaterialien oder Lebenshaltungskosten.
Jeder Euro zählt: Was heute nach wenig klingt, kann über ein Semester oder das gesamte Studium einen großen Unterschied machen.
Mythos 6: „BAföG bedeutet hohe Schulden.“
Die Realität:
Viele überschätzen die spätere Rückzahlung deutlich. BAföG ist keine klassische Verschuldung. Die Hälfte der Förderung muss in der Regel nicht zurückgezahlt werden, und für die Rückzahlung gelten feste Regelungen sowie eine Obergrenze von rund 10.000 €. Außerdem beginnt die Rückzahlung erst 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer.
Wichtig: Wer aus Angst vor Schulden keinen Antrag stellt, verzichtet oft unnötig auf Unterstützung während des Studiums.
Mythos 7: „Ich arbeite lieber nebenbei.“
Die Realität:
Ein Nebenjob kann sinnvoll sein. Gleichzeitig kostet er Zeit und Energie. BAföG und Nebenjob schließen sich nicht grundsätzlich aus. In vielen Fällen ist eine Kombination möglich. Einkommen aus Nebenjobs ist bis zur Minijob-Grenze anrechnungsfrei. Dadurch bleibt mehr Zeit für Studium, Prüfungen und Freizeit.
Die richtige Balance macht's: Finanzielle Unterstützung kann helfen, den Arbeitsumfang zu reduzieren und das Studium entspannter zu gestalten.
Mythos 8: „BAföG ist peinlich.“
Die Realität:
BAföG ist keine Hilfe für wenige, sondern ein staatliches Förderinstrument, das Chancengerechtigkeit ermöglichen soll. Wer die Voraussetzungen erfüllt, hat das Recht, diese Unterstützung zu nutzen.
Studieren können, ohne sich ständig um Geld sorgen zu müssen, ist keine Schwäche, sondern eine Investition in die eigene Zukunft.
Unser Fazit
Viele BAföG-Mythen halten sich hartnäckig. Dabei beruhen sie oft auf Hörensagen, veralteten Informationen oder Unsicherheit. Wer seinen Anspruch nicht prüfen lässt, verzichtet möglicherweise auf wertvolle Unterstützung für das Studium. Deshalb gilt:
Prüfen statt vermuten.
Antrag stellen statt Chancen verschenken.
Beratung nutzen statt auf Mythen vertrauen.
Du hast Fragen zum BAföG?
Unsere BAföG-Beratung (Kontakt BAföG | Studierendenwerk Ulm) unterstützt dich gerne und hilft dabei, individuelle Fragen zu klären.

